Donnerstag, 5. Februar 2009
Pustekurs
Man kommt wohl nicht drumherum. Egal ob erstes oder zweites Kind, alle gehen hin, ich auch: der Geburtsvorbereitungskurs. Mittlerweile habe ich nun fünf der sechs Abende á zwei Stunden hinter mir, einschließlich der beiden Partnerabende, und traue mir ein Resümee zu.

Um es kurz zu machen: Das meiste hat man vorher schon mal gehört. Zum Beispiel, dass man in den Wehen atmen soll. Und dass die ganze Zeit Liegen während der Geburt nicht mehr State of the Art ist, war mir irgendwie auch klar. Macht ja anatomisch auch Sinn. Da finde ich die Frage spannender, ob ich es physisch überhaupt schaffe, trotz Wehen so lange "auf den Beinen zu bleiben", aber um hier vorzusorgen sollte ich die Abende wahrscheinlich lieber im Fitnessstudio verbringen - aber das ist ein ganz anderes Thema.

Aber dennoch nehme ich natürlich ein paar Dinge mit von diesen Abenden: ein paar Tipps, was man am Tag der Tage alles einpacken sollte, eine etwas präzisere Vorstellung vom Geburtsvorgang, ein paar Telefonnummern von Mädels, die in den kommenden Wochen und Monaten vor ähnlichen Herausforderungen stehen wie ich und last but not least das gute Gefühl, es gemacht zu haben.

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Montag, 2. Februar 2009
Guten Abend, ich bin Hebamme Stefanie...
Gestern war es soweit. Der erste Fehlalarm, das erste Mal auf dem Weg in Richtung Kreißsaal. Was war passiert?

Alles begann damit, dass wir die Wickelkommode aufbauen wollten. Eigentlich kein Problem, aber Möbelstücke, die nicht von IKEA sind, haben so ihre eigenen Tücken. Irgendwann jedenfalls war das Wohnzimmer voll von Bauteilen verschiedener Größe, Form und Farbe. Und ich dankte minütlich dem Herrn dafür, dass wir uns gemeinsam für genau dieses Modell entschieden hatten.

Und genau in dieser Phase trafen meine Socken auf dem Weg von A nach B auf unserem Parkett eine besonders glatte Stelle. An einer Stelle, die sonst nie einen Socken auch nur sieht, außer wenn alle anderen Wege gerade mit Bauteilen vollgestellt sind. Das rechte Bein zog nach rechts, das linke hielt mich auch nicht mehr, der sich neben mir befindliche Kerzenständer beschrieb eine makellose Flugbahn in Richtung Balkontür und die vier großen Kerzen begaben sich ebenfalls in die Erdumlaufbahn - bis alles inklusive meiner selbst mit einem großen Knall den Boden traf. Autsch.

Da lag ich nun auf meinem Sofa und jede Bewegung tat weh! Irgendwann musste ich dann doch in Richtung Bad. Und dann das Gefühl: Das ist nicht normal! Das könnte ein Blasensprung gewesen sein. Bitte nicht! BITTE nicht!! Nicht jetzt!!! Kurze Beratschlagung, dann Tasche packen, Autoschlüssel suchen und los.

Da standen wir nun vor dem Eingang zum Kreißsaal und wurden von Hebamme Stefanie begrüßt. Um es kurz zu machen: Fehlalarm. CTG wunderbar, Blasensprungest negativ, auch auf dem Ultraschall alles in bester Ordnung.

Aber immerhin sind wir jetzt ein bisschen schlauer. Kliniktasche packen geht in wenigen Minuten (soviel Zeit ist immer), auf dem Weg zum Krankenhaus gibt es eine Ecke, wo man doch nicht, wie eigentlich gedacht, geradeaus fahren kann und das Beste: Hebamme Stefanie hat fast nicht gelacht. Sie hat nur gefragt: "Das erste Kind?"

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Sonntag, 1. Februar 2009
Familienfeiern
Gestern war es soweit: Mein Schwiegervater, mehr als rüstig und vor allem mehr als umtriebig, was gesellschaftliche Vereinigungen angeht, hat seinen 75ten Geburtstag gefeiert. Und was soll ich sagen: Es war ein rauschendes Fest!

Man stelle sich eine muntere Runde von ca. 60 Leuten mit einem Durchschnittsalter von ca. 70 in einem Vereinsheim vor. Dazu eine 2-Mann-Kombo mit Live-Musik, die den Altersdurchschnitt im Raum nicht wesentlich gesenkt hat. Und natürlich: Essen satt. Dazwischen Reden, die ebenso munter waren wie die Gesellschaft, und humoristische Beiträge. Und dann: Schwofen, Mitschunkeln und Mitsingen (aufgefordert und unaufgefordert).

Man mag aus jugendlichem Leichtsinn heraus über diese Art von Feiern spotten und sich das eine oder andere Grinsen nicht verkneifen können, aber eines muss man zugeben: Alle Gäste haben sich großartig amüsiert! Alle haben sich wohlgefühlt, das Essen war lecker und der Tanzkurs hat sich an diesem Tag mal wieder bezahlt gemacht.

Und an dieser Stelle auch mal Respekt davor, wie gut die Schwiegereltern "gesellschaftlich integriert" sind. Beide zusammen sind in ca. fünf Vereinen aktiv (!), kennen wirklich Gott und die Welt und von Langeweile kann keine Rede sein. Ganz ehrlich: Hut ab - und wenn man in dem Alter noch so viele Freunde hat, mit denen man feiern kann, dann hat man irgendwas richtig gemacht! Das ist doch mal ein langfristiges Ziel, oder?

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